Bausparvertrag oder gleich eine solide Baufinanzierung?

Lieber Jahre voraus einen Bausparvertrag abschließen oder gleich in die Vollen und eine Baufinanzierung abschließen? Tatsächlich klingt das erstmal komisch, ist aber gar nicht mal so weit hergeholt.

Viele Menschen in Deutschland sehnen sich nach den eigenen vier Wänden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es die Eigentumswohnung ist oder das eigene Haus. Hauptsache Wohneigentum. Natürlich ist ein Eigenheim auf dem Land in der Regel immer günstiger als in der Stadt. Dafür bietet eine Großstadt aber auch andere Vorzüge. Bessere ausgebaute Infrastruktur und stetig garantiert steigende Immobilienwerte, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ob die Ruhe und Gelassenheit auf dem Land das aufwiegen kann?

Natürlich sollte man das Projekt Eigenheim mit einem guten Polster an Eigenkapital angehen. Viele meinen sogar, man könnte ein solches Projekt auch ganz ohne Eigenkapital auf die Beine stellen. Sicherlich, können schon! Man kann damit aber heftig auf die Nase fallen! Zu mindestens aber – und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche – zahlt man bei wenig oder gar keinen Eigenkapital schön dicke Zinsen! Die Regel ist da ganz einfach, je weniger Eigenanteil man einbringt, desto mehr Zinsen verlangt die Bank. Zumal ja auch das Risiko für die Bank um ein vielfaches höher ist. Man sollte sich also nicht blenden lassen von der Werbung der Finanzwelt, solch’ ein riskantes Wagnis einzugehen! Das wäre eine sehr unausgewogene Baufinanzierung!

Eine andere Idee ist da der Bausparvertrag. Ich sage es gleich vorweg, mein Favorit ist diese Variante auch nicht! Die Idee steckt dahinter, einen Vertrag bei einer beliebigen Bank abzuschließen und regelmäßig auf ein sogenanntes “Baukonto” einzuzahlen. Eigentlich nichts anderes als ein Sparkonto. Der wesentliche Unterschied hierin: Man definiert vorher einen bestimmten Betrag x als Bauspargeld. Nehmen wir zum Beispiel 200.000 Euro. Man beginnt also regelmäßig auf dieses Konto seine Spareinlagen einzuzahlen. Startet man dann in der Zukunft das Bauprojekt und man hat zum Beispiel 100.000 Euro schon angespart, vergibt die Bank, mit der man den Bausparvertrag abgeschlossen hat, den Restbetrag als Darlehen. Die Zinsen sind bereits “verhandelt” bei Abschluss des Vertrages. Diese Zinsen sind in der Regel niedriger als die verfügbaren am Kapitalmarkt. Man sichert sich also quasi niedrige Zinsen für die Zukunft.

Klingt gut, ich sehe das aber kritisch! Hätte ich vor fünf Jahren einen solchen Vertrag abschlossen und hätte ich mir für 2020 niedrige Bauzinsen gesichert, sagen wir 2%, was für 2015 sicherlich sehr gut gewesen wäre, würde ich heute in 2020 blöd aus der Wäsche schauen, denn Zinsen um die 0,5% sind mittlerweile normal und Standard! Hinzu kommt zerstörend, dass der Abschluss eines solchen Vertrages (in der Regel) 1% von der Sparsumme als Gebühr anfällt. Das heißt bei unseren fiktiven 200.000 Euro wären 2.000 Euro schon mal vernichtet und die Bank reibt sich die Hände. Toll!

Dann lieber gleich eine ordentliche Baufinanzierung bei einer Bank abschließen und sich Zeit und Nerven sparen!

Bildtitel: thx to pixabay.com

seppel

seppel-spart.de

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